Lange Stille ... Wie geht es weiter mit 'süß und cremig'?

Hallo meine Lieben. Lange Zeit war es nun still auf dem Blog, genau genommen seit 14 Wochen. Von einem Tag auf den anderen, ohne Erklärunge...


Hallo meine Lieben. Lange Zeit war es nun still auf dem Blog, genau genommen seit 14 Wochen. Von einem Tag auf den anderen, ohne Erklärungen. Lange habe ich nun überlegt ob bzw. wie es mit dem Blog weitergehen soll und darum soll es in diesem Beitrag gehen. Lange habe ich auch überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll, habe mehrmals angesetzt und es doch wieder gelassen.

Wieso gab es so eine lange Pause und wie habe ich mich nun entschieden? Ich möchte von vornherein anmerken, dass dies kein Jammer- oder Mitleidsbeitrag werden soll, genauso wenig soll dieser Beitrag den Eindruck vermitteln, dass ich jemanden die Schuld an alldem gebe. Ich möchte euch einfach nur berichten, was zu dieser Pause geführt hat, wie ich mich gefühlt habe oder jetzt fühle.

Vor der langen Pause gab es immer mal wieder Phasen, in denen ich weniger Beiträge geschrieben habe. Anfang 2014 habe ich den Blog ins Leben gerufen, Ende 2014 habe ich mit meinem Studium begonnen. Ein neuer Bereich in meinem Leben, der sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat.

Letztes Wintersemester bin ich dann in ein Tief geraten. Ich habe zum einen angefangen mein Studium und die Zukunft damit immer wieder in Frage zu stellen. Gesundheitsförderung ist ein neuer Zweig, der einerseits viele Chancen bietet, aber auch einige Ungewissheiten. Es gab auch in der Studienstruktur und -organisation einige Unruhen. Meine Motivation hat immer mehr nachgelassen, obwohl ich von Gesundheitsförderung sehr überzeugt bin und mir das Studium eigentlich viel Spaß macht. Aber dieses „Tief“ bzw. die Sorgen und Gedanken teile ich zum Glück mit einigen meiner Kommilitoninnen und auch wenn man sich mit ehemaligen Studenten in diesem Bereich austauscht, erging es denen auch so, wenn nicht sogar etwas stärker, denn bei ihnen gab es zu Beginn dieses neuen Studiengangs noch mehr Ungewissheiten und weniger "Perspektiven". Die "Hoffnung" liegt im kommenden Praxissemester, die "Hoffnung", endlich eine Richtung für sich zu finden, zu wissen, wofür man all die verschiedenen Disziplinen gelernt hat und ich denke auch, um die Bestätigung zu bekommen, dass man als jemand mit umfassenden Einblicken in verschiedenen Fachdisziplinen ebenso wertgeschätzt wird, wie jemand mit einer Fachexpertise.

Zum anderen kam hinzu, dass mir stückchenweise immer mehr die Lust am Bloggen vergangen ist. Ich habe damals angefangen zu bloggen, weil ich auf Instagram nach den Rezepten gefragt wurde. Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich einen Blog eröffnen soll. Denn es gab und gibt schon so viele Foodblogs. Und zudem habe ich doch einfach nur Rezepte nachgebacken. Warum sollte das jemanden interessieren? Ich habe mich aber dennoch dazu entschlossen, denn ich habe schon immer gerne geschrieben. Und die Möglichkeit mit meinen Anleitungen jemanden zu helfen, Tipps und Tricks zu geben, fand ich einfach toll.

Es gibt wie gesagt viele Foodblogs, aber trotzdem ist jeder individuell! Jeder probiert etwas anderes aus, stellt es anders dar und vor allem, jeder hat einen anderen Schreibstil. Der eine Schreibstil sagt dem einem vielleicht zu, dem andere nicht. Es war toll, den Blog ins Leben zu rufen. Und in den  2 1/2 Jahren seines Bestehens hat sich der Blog, aber auch ich mich sehr weiterentwickelt. Meine Backkenntnisse und -ausrüstung haben zugenommen, die anfänglichen bloßen Rezeptbeschreibungen wurden mit Bildern geschmückt, der Blog bekam ein Logo, Freunde gaben mir Backaufträge, der Blog ging auf Facebook online, ich habe mich selbst an Rezepten probiert, durfte Bücher rezensieren und auch mal Produkte testen und vor allem habe ich viele liebe Menschen durch das Bloggen kennengelernt!

Das hört sich alles prima an, wieso verging mir dann die Lust? Ich denke, das was jetzt kommt, erlebt so manch ein Blogger früher oder später Mal. Manche haben auch schon darüber geschrieben.

Seit letztem Winter verging mir wie gesagt stückchenweise die Lust am Backen. Einerseits wegen privaten Umständen, aber auch weil ich nur noch gebacken und geschrieben habe um so oft es geht neue Beiträge zu veröffentlichen. Denn sind wir mal ehrlich, wer nicht regelmäßig schreibt, verliert bei vielen schnell das Interesse. Das hat aber dazu geführt, dass ich einerseits mir viel Zeit dafür nehmen musste und andere Dinge auf der Strecke geblieben sind und ich andererseits nur viel nachgebacken habe. Rezepte selbst zu kreieren und auszuprobieren benötigt schon mal mehr als nur einen Versuch. Geht es dann schief, wofür man mehrere Stunden in der Küche stand, gibt es keinen neuen Beitrag. Über Monate hinweg hat sich das Ganze so mehr und mehr gefestigt. Ich war sehr stark von Statistiken geleitet. Wie kommt der Beitrag an, wie viele Likes bekommt er, wie viel Rückmeldung und wie viele neue Follower kommen hinzu?

Und obwohl es mehr Follower gab, ging die Resonanz immer mehr zurück als zu Beginn mit weniger Followern. Und das frustriert. Und ich denke, das können viele nachvollziehen. Vor allem, wenn man versucht es immer besser zu machen, immer mehr Qualität in seine Beiträge bringen möchte. Bevor die große Pause begann, habe ich mir den Traum von einer Spiegelreflexkamera erfüllt. Ich wollte mehr Qualität in die Bilder bringen. Auch die Gestaltung meiner Beiträge sollte anspruchsvoller sein. Viele anschauliche Bilder die euch zeigen wie es geht und nicht einfach nur Erklärungen. Denn meiner Meinung nach hilft das ungemein, wenn man manches auch bildlich sieht. Ich habe auch ein neues Design auf den Blog gespielt, zeitgleich jedoch ging ich in die lange Pause, so dass dies unterging. Ich habe also immer mehr versucht besser zu werden und zeitgleich kam aber immer weniger Resonanz.

Und dann fängt man an zu zweifeln, an dem Blog, an sich selbst. Woran liegt es? Sind die Bilder und Beiträge nicht ansprechend genug? Ist der Schreibstil nicht gut? Wenn man dann auch noch andere Blogs sieht, die erst seit kurzer Zeit bestehen und mit ihren Zahlen einen meilenweit überholen, dann fragt man sich noch mehr, wieso und warum.

Und man fragt sich auch, warum das Ganze noch betreiben? Denn am Ende steht ein Beitrag, den man in 5-10 Minuten gelesen hat, aber bis dieser Beitrag entsteht, vergeht einige Zeit. Je nach Aufwand, ob Cupcakes oder Torte zum Beispiel, kann die Zubereitung schon ein bis mehrere Tage in Anspruch nehmen. Dann müssen noch Fotos gemacht werden, diese müssen aussortiert, bearbeitet und zugeschnitten werden. Und dann muss erstmal der Beitrag geschrieben werden. Das kann auch nochmal 1-2 Tage in Anspruch nehmen. Zumal man nebenbei ja auch noch ein Leben hat, zur Schule, zur Uni oder zur Arbeit geht. Man anderen Hobbys nachgeht, Zeit mit Freunden oder Familie verbringt. 

Warum also dieser Aufwand, wenn es keinen interessiert. Ja, es ist ein Hobby und ja, man macht es aus Spaß, aber seid mal ehrlich, wenn dann für die ganzen Mühe kaum, keine oder weniger Resonanz kommt, dann fragt man sich doch einfach: Warum? Auch in dieser langen Pause hat es keinen interessiert, dass es keine neuen Beiträge mehr gab. Niemand wollte wissen, was los ist. Für mich ein Zeichen, dass mein Blog und das was ich tue uninteressant sind.

All das hat schlussendlich dazu geführt, dass Backen für mich keine Entspannung mehr war, sondern etwas, was mich frustriert hat. Mein Hobby wurde zu etwas, dem ich am Ende mit Ablehnung gegenüberstand. Das war für mich sehr schrecklich, denn bevor ich mit dem Backen begonnen hatte, hatte ich kein richtiges Hobby - etwas wofür ich sehr gebrannt habe, was ich gerne und oft getan habe und wo ich geglaubt habe, gut darin zu sein.

In dieser Pause habe ich immer wieder mal versucht etwas zu Backen, aber die Lust hat gefehlt. Und es verging kein Tag, an dem ich nicht überlegt habe, wie es nun weitergehen soll. Aber in den letzten Wochen kam das Verlangen nach dem Backen und dem Bloggen immer stärker zurück. Gerade wenn ich von anderen Foodbloggern Bilder oder Beiträge gesehen habe. Es fehlt mir, Rezepte auszuprobieren, selber zu kreieren, Fotos zu machen, Beiträge zu schreiben und mich mit anderen Backbegeisterten auszutauschen. 

Es war nun die große Frage: Blog löschen oder weitermachen? Und ich habe mich nun dazu entschlossen, den Blog wieder ins Leben zu rufen. Wieso? Weil ich es einfach liebe zu backen, es ist meine Leidenschaft, mein Ausgleich, mein Hobby - ein Teil von mir eben! Ich liebe es neue Rezepte auszuprobieren, selber Rezepte zu kreieren, mit meiner Kamera rumzuprobieren, Settings zu gestalten und Fotos zu machen, Beiträge zu schreiben und vor allem mich mit anderen auszutauschen. 

Ich musste einfach wieder meinen Blick gerade rücken. Weg von Statistiken, von Klick- und Followerzahlen, weg von Vergleichen mit anderen Blogs (Vergleichen tun wir uns Menschen sowieso viel zu gerne. Selbst wenn wir einen tollen Job haben, eine tolle Familie - ein schönes Leben eben, schauen wir oft genug nach den Leuten rechts und links von uns, was die denn so haben … Seid euch bewusst was ihr Schönes in eurem Leben habt und vergleicht euch nicht so oft mit anderen!), sondern zurück auf das was zählt. Die Leidenschaft, die Freude am Backen, anderen Tipps, Tricks und Inspirationen geben, etwas Wunderschönes einfach mit anderen teilen.

Es wird also weitergehen und wie? Ich möchte mir den (wiedergewonnenen) Spaß an dem Ganzen nicht wieder nehmen. Das heißt, ich werde Backen und Bloggen wenn ich Lust und Zeit dazu habe und nicht, wenn ich denke es ist gut so für die Statistiken. Dann ist es vielleicht mal 1,2,3 Wochen ruhig, wenn die Zeit nicht reicht oder ich an einem eigenen Rezept feile, dafür kommt dann ein umso schönerer Beitrag online. Denn ich denke, dieses ganze regelmäßig Bloggen nur noch für Statistiken, das nimmt doch auch die Qualität aus den Beiträgen. Ich denke, durch diese Fixierung auf Statistiken, habe ich mir das Bloggen zum einen natürlich selber madig gemacht, aber auch Leser vertrieben. Ich habe Beiträge nicht mehr für Leser geschrieben, sondern für die Statistiken und ich denke, dass das Leser auch sehr gut merken. Die Kommunikation ist dann eben anders. Ich glaube auch, dass Beiträge, die man nur wegen Klick- und Followerzahlen schreibt, nie so gut werden wie welche, die man aus Leidenschaft und Freude schreibt.

Es stehen noch einige Rezepte aus, die ich gerne nachbacken möchte. Ich habe auch einige Ideen für eigene Rezepte und für Tortendekorationen. Auch warten noch ein paar Bücher darauf rezensiert zu werden. Es steht also einiges an in meiner Küche. Und ich bin schon gespannt, wie der „Neustart“ verlaufen wird.


Ich weiß nicht, ob überhaupt jemand diesen langen Betrag liest und falls doch und du es bis hierher geschafft hast, dann vielen Dank! Danke dass du dich durch meine wirren Gedanken gelesen hast und ein Interesse an dem Blog und mir hast!

Ich freue mich schon, den Blog wieder mit Leben zu füllen. Bis bald ihr Lieben!

11 Kommentare

  1. Freue mich wenn du weitermachst, auch wenn es nur ein mal im monat wäre. Es freut mich sehr, dass du weitermachst. Lg Angelika

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    1. Liebe Angelika, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich freue mich auch schon sehr, wieder den Backofen anzuschmeißen :)

      Liebe Grüße
      luisa

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  2. Toll geschrieben, auch ich bin Bloggerin. Und auch ich verliere oft einfach den Spaß daran, weil irgendwie oft der Druck am "Gut sein" überhand nimmt. Aber es freut mich, dass du deinen Blog weitermachst. Habe ihn vorher nicht gekannt, aber werde jetzt sicher öfters vorbei schauen :)

    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Hallo Daniela. Vielen Dank für deine lieben Worte und dein Verständnis. Es ist wirklich wichtig als Blogger nicht den Spaß an der Sache zu verlieren, nur weil man denkt, man muss immer gut sein. Es freut mich, dass dir mein Blog gefällt :)

      Liebe Grüße
      luisa

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  3. Hey Luisa...

    Beitrag komplett gelesen und für mehr als gut befunden.

    Der Kernsatz ist "Weil ich es einfach liebe zu backen..." und genau das spürt man in jeder Zeile Deines Blogs. Immer auf Dein Herz hören und wenn "Lust" zum Bloggen da ist: tun und wenn nicht: sein lassen. ABER niemals aufhören zu backen, dafür kannst Du das viel zu gut. Die Liebe zum Backen liest man hier nicht nur, sie schmeckt man auch in den Ergebnissen!

    LG Maik

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    1. Lieben Dank Maik für so einen tollen Start in den Tag! Vielen vielen Dank für deine lieben Worte, die gehen runter wie Öl :) Und ich werde sehr darauf achten, nicht wieder den Spaß am Backen zu verlieren!

      Liebe Grüße
      luisa

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  4. Hallo Luisa,
    ich kann deinen Frust zum Großteil nachvollziehen. Aber wie du siehst, interessieren sich Leute für dich und deinen Blog.
    Bei mir ist es einfacher: Kochen oder Frühstück fällt halt immer irgendwie an, aber Backen finde ich deutlich aufwändiger, sodass ich jeden Blogger verstehe, der einfach eine niedrigere Postfrequenz hat und nur dann was veröffentlicht, wenn es sich ergeben hat, zu backen.
    Ich finde das völlig legitim und schließlich soll auch das Bloggen ein Hobby bleiben, das Spaß macht!

    Ich freue mich auf das, was kommt!

    Und falls du mal Studienmotivation brauchst oder Struktur für z.B. deine Abschlussarbeit, melde dich gerne bei mir. Ich plane, mich in dem Bereich selbstständig zu machen ;)

    Liebe Grüße
    Carolin

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    1. Hallo Carolin,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Verständnis.
      Ich bin auch sehr gerührt über das viele tolle Feedback, welches ich zu dem Beitrag bekommen habe. Damit hätte ich gar nicht gerechnet.
      Ja, Desserts macht man wirklich nicht jeden Tag, da muss man schon schauen, wie man das managet. Aber wie du sagst, es ist ein Hobby was Spaß machen sollte und das will ich jetzt auch wieder erleben :)
      Und danke für dein Angebot. Vielleicht werde ich darauf zurückkommen. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Aufbau der Selbstständigkeit und ein schönes Wochenende!

      Liebe Grüße
      luisa

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    2. Dankeschön :)
      Schauen wir mal, welche Desserts aus deiner Küche als nächstes den Weg in die Öffentlichkeit finden!

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  5. Liebe Luisa,
    ich freue mich sehr, dass du dich entschlossen hast weiterzumachen. Gerne auch in größeren zeitlichen Abständen! Du machst das super! Ich lese deine Rezepte und stelle mir immer vor, wie die fertigen Kuchen bei mir aussehen und schmecken würden. Sie wären aber mit deinen wunderschönen Creationen auf diesen tollen Fotos mit hübscher Dekoration in keinem Fall nicht zu vergleichen - da bin ich mir ganz sicher. Im Übrigen lese ich deine Beiträge IMMER und beglücke von Zeit zu Zeit auch andere damit. Auch wenn ich sonst keine Kommentare schreibe, kannst du sicher sein, dass dich hier lesend begleite. Ganz liebe Grüße von überm Rhein! Hedda

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    1. Liebe Hedda, vielen Dank für deine lieben Worte und dein Lob. Es freut mich wirklich sehr, dass du meine Beiträge liest und auch das ein oder andere nachbackst. Und es sieht bei dir bestimmt auch sehr toll aus. Und am Ende zählt sowieo der Geschmack :)

      Liebe Grüße
      luisa

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